Aus eigener Erfahrung

Innere Leere: wieder spüren statt nur funktionieren

Von außen lief alles: Arbeit, Sport, Routinen. Innen war es still. Wie ich meine Leere erst bemerkt habe, als der Körper sich meldete, und was mir den Weg zurück gezeigt hat.

Von außen sah mein Leben lange richtig gut aus. Ich habe alles zuverlässig abgearbeitet, Sport gemacht, gut gegessen und meine Routinen gepflegt. Tag für Tag dasselbe, weil es eben so passieren muss. Die Taskliste wurde abends kürzer und war am Morgen wieder voll. Gespürt habe ich dabei: nichts.

Das ist das Tückische an innerer Leere: Solange Du im Hamsterrad bist, spürst Du sie nicht. Du tust, was das Hamsterrad, die Gesellschaft und die Menschen um Dich herum erwarten, und genau darin versteckt sie sich. Man sieht sie nicht, weil man gefangen ist im Tun.

Früher habe ich nur funktioniert, heute spüre ich das Leben.

Dieser Satz steht heute auf meiner Coaching-Seite. Der Weg dorthin begann damit, dass mein Körper lauter wurde als meine Routinen. Davon erzählt diese Seite.

Woran Du innere Leere erkennst

Eine Definition hilft hier wenig, Wiedererkennen schon eher. Vielleicht kennst Du einen dieser Momente:

  • Du arbeitest alles ab und hakst es ordentlich ab, aber es fühlt sich nach nichts an.
  • Ein erreichtes Ziel löst nichts mehr aus: kurz das Häkchen, und dann kommt nichts.
  • Ruhige Momente sind Dir unangenehm, also füllst Du sie sofort wieder.
  • Abends bleiben Scrollen, Serien, ein Glas Wein: Belohnungen, von denen Du meinst, dass Du sie brauchst.
  • Du machst mit, wo Du eigentlich Nein meinst, weil Dir der Halt fehlt, es zu sagen.

Oft kommt die Leere gar nicht zum Vorschein, weil der Dauerbetrieb sie überdeckt. Sie taucht auf, wenn Ruhe eintritt. Oder wenn ein Halt im Außen wegbricht, der Freundeskreis, die Partnerschaft: Dann fehlt plötzlich auch der Halt nach innen.

Ehrlich: wann diese Seite nicht reicht

Innere Leere, wie ich sie hier beschreibe, ist keine Diagnose, sondern eine Erfahrung. Wenn sich die Leere anhaltend anfühlt, wenn Antriebslosigkeit oder Hoffnungslosigkeit dazukommen oder der Alltag schwer wird, gehört das in ärztliche oder psychotherapeutische Hände. Das ist kein Scheitern, sondern Selbstfürsorge. Alles auf dieser Seite ist Selbsterfahrung, keine Behandlung.

Warum Füllen die Leere nicht füllt

Social Media, Filme, Serien, gern auch mal ein Glas Wein oder ein Bier: Das waren meine Füllungen. Belohnungen, von denen wir meinen, dass wir sie brauchen. Das Problem: Das Belohnungssystem will immer mehr davon. Es macht uns abhängiger und hält uns genau dort fest, wo die Leere entsteht, im Hamsterrad.

Dazu kommt das Außen. Mitmachen wird erwartet, mit Bier oder Wein anstoßen, dabei sein. Vielleicht kennst Du das, und vielleicht kennst Du auch die Frage danach: Warum habe ich mich überreden lassen, obwohl mein Körper mir das Signal gegeben hat, Nein zu sagen? Wer leer ist, hat nicht den Halt, hier klar Nein zu sagen. So füllt die Leere sich selbst nach: Je leerer Du bist, desto mehr greifst Du nach dem, was sie größer macht.

Auch der scheinbar vernünftige Weg führt nicht heraus. Im Coaching erlebe ich oft den Wunsch, das Leben noch besser zu organisieren: die Taskliste optimieren, noch eine Routine, noch ein Ziel. Das funktioniert nicht auf Dauer. Die Taskliste wird immer lang sein, egal wie produktiv wir sind und wie gut wir unser Leben organisieren. Leere füllt sich nicht mit mehr Tun, sondern mit mehr Spüren.

Meine Jahre im Funktionieren

Bei mir hat sich die Leere körperlich gemeldet. Rückenschmerzen, ich konnte mich schlecht bewegen, selbst Sport ging kaum noch, ausgerechnet der Sport, mein verlässlichstes Ventil. Irgendwann stand der Gedanke im Raum: Da ist etwas falsch. Der Prozess in meinem Leben stimmt nicht.

Sichtbar wurde die Leere immer dann, wenn ich zur Ruhe kam. Die Sauna zum Beispiel tat gut, und das tut sie bis heute. Damals war sie aber nur ein kurzer Reset, danach ging es zurück ins System. Und die Leere zeigte sich, wenn ich ein Ziel erreicht hatte: kurz die Genugtuung, und dann nichts. Heute weiß ich, dass Erfüllung nicht am Ziel entsteht, sondern auf dem Weg dorthin. Das Ziel ist die Richtung, nicht der Moment, der alles auflöst.

Der erste Schritt heraus war ein Umdenken, und das kam über den Atem. Ich habe Conscious Connected Breathing zunächst für mich allein ausprobiert, mehrere Sessions im Selbstversuch. Heute würde ich das niemandem raten, dieser Prozess gehört begleitet. Aber ich habe gemerkt: In meinem Denken passiert etwas. Dazu kamen viele Bücher, die mir gezeigt haben, dass es im Leben mehr gibt als Optimierung und Produktivität.

Auch mein Sport hat sich verändert. Er war lange Kompensation: etwas erreichen, etwas füllen. Heute mache ich ihn, weil ich ihn gerne mache. Gleiche Bewegung, anderer Grund. Genau daran merke ich bis heute den Unterschied zwischen Funktionieren und Leben.

Und es gab in all den Jahren auch schöne Momente, lustige und bewegende. Erst im Nachhinein sehe ich den Unterschied: Heute erlebe ich solche Momente deutlich tiefer, mit mehr Richtung.

Wieder spüren: über den Körper, nicht über den Kopf

Innere Leere lässt sich nicht wegdenken. Der Kopf hat sie ja mit aufgebaut: Er kennt jeden Task und jedes Argument, warum alles so weiterlaufen muss. Der Weg zurück führt über den Körper. Wenn der Atem ruhig wird, reguliert sich das Nervensystem, und was lange überdeckt war, wird wieder spürbar. Warum das so funktioniert, habe ich unter „Wozu überhaupt Breathwork?“ kurz erklärt.

Einen Rat bekommst Du von mir dabei nicht. Ich halte wenig von Ratschlägen, denn jeder Mensch trägt in sich, was er finden darf: seinen eigenen Nordstern. Ich kann Dir nur mitgeben, was mir geholfen hat: mehr Zeit mit Dir selbst zu verbringen. Auch allein. Auch dann, wenn es erst einmal wehtut oder sich ungewohnt anfühlt.

Sei Du selbst, denn dann bist Du authentisch.

Spüre, was da ist. Geh in die Natur, nimm den Regen wahr und die Sonne. Geh in den Wald: Der Wald hat Ruhe, er gibt Kraft, und er lässt Dich mit Dir selbst in Kontakt kommen, ohne dass Du dafür andere Menschen brauchst.

Robert Mittl steht ruhig zwischen Bäumen in der Natur
Der Wald hat Ruhe und gibt Kraft: Zeit mit sich selbst, ohne Programm.

Eine Übung, die Du jetzt machen kannst

Atme zehn Atemzüge ganz normal und leicht. Halte nach dem Ausatmen fünf Sekunden inne, dann atme einfach normal weiter. Das geht auch beim Gehen: Die Pause dauert dann fünf Schritte. Die Atempause soll Dich dabei nicht stressen. Wenn sie es tut, verkürze sie einfach. Der Schlüssel ist nicht die Technik, sondern die Konzentration auf Dich. In diesen Momenten bist Du ganz bei Dir.

Kleine erste Schritte

Es braucht keinen großen Wurf und keine neue Selbstoptimierung. Klein und ehrlich wirkt mehr:

  • Eine Atem-Minute am Tag. Die Übung von oben, zehn leichte Atemzüge mit Pause, ohne Anlass, einfach so.
  • Ein Abend ohne Bildschirm. Und dann wahrnehmen, was stattdessen da ist, auch wenn es erst Unruhe ist.
  • Ein Spaziergang im Wald ohne Kopfhörer. Zeit mit Dir, ohne Programm und ohne Begleitung.
  • Drei Zeilen von Hand am Abend: Was habe ich heute gespürt? Nicht: Was habe ich geschafft? Wer mag, lässt sich das Geschriebene von Inkward spiegeln.
  • Einmal Nein sagen, wo Du sonst automatisch mitmachst.
  • Druck rausnehmen. Wo kannst Du abspecken, welche Dinge kannst Du sein lassen? Verpflichtungen halten Dich unter Dauerstress.

Alles kann, nichts muss.

Wenn Du dabei Begleitung willst

Manches davon geht gut allein. Und manchmal hilft ein Rahmen, in dem jemand den Raum hält, ohne zu bewerten. Der Alignment Day ist genau dafür entstanden: ein Coaching-Retreat übers Wochenende, zwei Nächte in der Natur, maximal drei Menschen. Zur Ruhe kommen, spüren, wo Du stehst, und hören, was Du willst. Wenn Du lieber in kleinen Schritten gehst, gibt es das Coaching mit 1:1-Atemsessions.

Am Anfang steht in beiden Fällen ein kostenloses Vorgespräch, und die Entscheidung fällt im Gespräch, nicht auf dieser Seite.

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Häufige Fragen zur inneren Leere

Was bedeutet innere Leere?

Innere Leere ist das Gefühl, nur noch zu funktionieren: Die Aufgaben laufen, die Routinen sitzen, aber nichts davon berührt Dich. Sie ist keine Diagnose, sondern ein Signal, dass Du lange im Außen unterwegs warst und den Kontakt nach innen verloren hast.

Woher kommt das Gefühl der Leere?

Oft aus langem Funktionieren: Du tust, was das Hamsterrad, die Gesellschaft und andere Menschen von Dir erwarten, und belohnst Dich mit kurzen Ablenkungen. Dabei verlernt sich das Spüren. Sichtbar wird die Leere meist erst, wenn Ruhe eintritt, ein Ziel erreicht ist oder ein Halt im Außen wegbricht.

Was kann ich gegen innere Leere tun?

Mehr Zeit mit Dir selbst verbringen, auch allein und auch dann, wenn es sich erst ungewohnt anfühlt. In die Natur gehen und wahrnehmen, was da ist: den Regen, die Sonne, den Wald. Der Atem hilft dabei, wieder ins Spüren zu kommen, und ein paar Zeilen von Hand am Tag machen sichtbar, was sich bewegt.

Wann sollte ich mir professionelle Hilfe holen?

Wenn sich die Leere anhaltend anfühlt, Antriebslosigkeit oder Hoffnungslosigkeit dazukommen oder der Alltag schwer wird, gehört das in ärztliche oder psychotherapeutische Hände. Das ist kein Scheitern, sondern Selbstfürsorge. Alles auf dieser Seite ist Selbsterfahrung und ersetzt keine Behandlung.